Bin ich "Kurstauglich"?

 

In den folgenden Ausführungen wähle ich bewusst das "ich", "mein", "mir" und "mich". Als LeserIn findest du dich mit dieser Art gut zurecht und das Verstehen ist für dich direkter und persönlicher. 

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In Ein Kurs in Wundern steht, dass ich den Kurs 10 Jahre lang machen kann, ohne ihn wirklich gelernt und praktiziert zu haben. An dieser Textstelle blieb ich ein paar Sekunden hängen. Ich bemerkte sofort, wie ich nur ein Urteil gelten liess; ich mache den Kurs richtig und ich verstehe ihn! Wenn dem nicht so ist? Was, wenn ich mir einbilde zu wissen, was der Kurs besagt, was er ist und wie ich die wahre Vergebung richtig üben sollte? Was, wenn ich das Geschriebene im Kurs nur für mein Gedankengut und meine bisherigen Überzeugungen benutzte? Was, wenn ich den Heiligen Geist auch nur für die Erfüllung meiner Wünsche, Ziele, Besonderheiten und Bedürfnisse, missbrauche?

 

Es gibt noch viele Textstellen, die mich an den Punkt meiner Selbstreflektion und Ehrlichkeit führen; mache ich wirklich EKIW richtig? Woran würde ich erkennen, dass ich den Kurs falsch mache? Es gibt noch eine klarere Frage mit diesem Selbstreflektionsthema: Was, wenn ich überhaupt nicht kurstauglich bin? Anders gefragt: Was, wenn ich den Kurs mache, ihn aber gar nicht machen will? Was, wenn ich (noch) nicht für den Kurs bereit bin? Gibt es Stellen im Kurs, die mir diese Fragen spiegeln? Im Textbuch, Kapitel 24, Einleitung, steht:

 

Diesen Kurs zu lernen erfordert die Bereitwilligkeit, jeden Wert infrage zu stellen, den du hast. Es gibt nicht einen einzigen, den du versteckt und verschleiert halten kannst, ohne dein Lernen zu gefährden. 

 

Es gibt den äusseren und den inneren Wert. Ich muss mir bewusst sein, was ein äusserer weltlicher Wert ist und was ein innerer, abstrakter Wert ist. Davon hängt meine Erlösung ab und auch, ob ich "Kurstauglich" oder doch eher "Welttauglich" bin. 

 

Alle, die in diese Welt kommen, sind zuerst mal "Welttauglich" und den Gesetzen der Welt unterstellt oder/und unterworfen.

 

Im Handbuch für Lehrer, 4. Kapitel; Die Entwicklung des Vertrauens, steht viel über den angeblichen Wert dieser Welt:

 

Es scheint, als würden Dinge weggenommen, und anfangs wird selten verstanden, dass lediglich ihr Mangel an Wert begriffen wird. Wie kann ein Mangel wahrgenommen werden, es sei denn, der Wahrnehmende ist in einer Lage, in der er die Dinge in einem anderen Licht sehen muss?

 

Weil er dem Wert beigemessen hat, was wirklich wertlos ist, wird er die Lektion aus Angst vor Verlust und Opfer nicht verallgemeinern.

 

Ein Kurs in Wundern setzt stillschweigend voraus, dass ich Nein zu dieser Welt und ihren Werten sagen kann. Der Kurs beginnt für mich dort, wo ich diese Welt ganz aufgeben will. 

 

Den Kurs lernen zu können setzt nebst meiner Bereitschaft und meinem Willen auch die nötige Intelligenz voraus. Kenneth Wapnick beschreibt diesen Punkt in einem seiner Handbücher treffend; der Kurs ist nicht für alle geeignet und, der Kurs ist nicht das einzige gute Werk für meine Erlösung. Dennoch muss ich unbedingt mit mir im Reinen sein, wenn ich mir die simple Frage beantworten muss: Verstehe ich wirklich, was der Kurs ist, was er besagt und was sein Ziel ist?

 

Viele sagen sofort: Das Kursziel ist GOTT oder der HIMMEL! Ist diese Antwort falsch oder richtig? Sie ist falsch. Die richtige Antwort lautet: der glückliche Schüler / der glückliche Traum. Wie kann ich mich sicher fühlen, richtig lernen und mein Ego aufheben, solange ich unglücklich bin, weil ich nicht verstehe und weil ich dieser Welt immer noch einen Wert gebe, die sie nie haben kann??

 

Wäre GOTT mein Ziel, setzte das voraus, dass ich tatsächlich die Trennung von GOTT vollzogen habe. Es kommt mir gelegentlich so vor, in Wahrheit und Wirklichkeit ist das Unmögliche - die Trennung von der Vollkommenheit - NIE geschehen. 

 

Ich meine oft, dass mir die geläufigen und weltlichen Worte "Problem" und "Konflikt" so vertraut sind, dass ich weiss, was sie bedeuteten und wie die Lösung lautet. Auf der Seite 124 im Textbuch steht:

 

Der HEILIGE GEIST will nicht, dass du den Konflikt verstehst; ER möchte, dass dir klar wird, dass man ihn nicht verstehen kann, weil der Konflikt bedeutungslos ist. Wie ich bereits sagte, bringt Verstehen Würdigung, und Würdigung bringt Liebe. Nichts anderes kann verstanden werden, weil nichts anderes wirklich ist und daher nichts anderes Bedeutung hat.

 

Ich muss mir eingestehen können, dass ich nicht immer alles verstehe und dass ich in einem solchen Moment Angst und nicht Liebe empfinde. Ich muss mir weiter eingestehen, dass ich glaube, die Welt sei wert- und bedeutungsvoll! Ich muss mir auch noch eingestehen, dass ich der Welt täglich viele Urteile und Werte gebe, die alle irgendwann zu meiner Erfahrung werden. 

 

Den Werten der Welt entsagen bedeutet, dass es sich um die negativen und die positiven Werte handelt. Auch an dem Punkt muss ich einen Moment innehalten und mir anschauen, was ich eigentlich mit "Werten dieser Welt" persönlich meine! Alle meine Urteile sind Werte. Investiere ich mit allen weltlichen Mitteln in die Bestrafung eines Menschen, dann ist das für mich von Wert! Das ist ein weltlicher Wert. Der Kurs lehrt mich, dass ich mir das alles selber antue. Ich kann diesem Menschen vergeben; dann ist mir auch vergeben. Ich weiss, die Theorie ist oft leichter, als meine tägliche Umsetzung.

 

Gibt es eindeutige Hinweise, woran ich erkenne, dass ich kurstauglich / kursuntauglich bin? Ja, diese Hinweise gibt es. Will ich sie verstehen und akzeptieren? Diese Frage muss ich mir selber ehrlich beantworten.

 

Auf der Seite 120 steht im Textbuch:

 

1. Wenn du Krankheit und Heilung lehrst, bist du sowohl ein schlechter Lehrer als auch ein schlechter Schüler.

 

2. Heilen ist die eine Fähigkeit, die jeder entwickeln kann und entwickeln muss, wenn er geheilt werden soll.

 

Das sind schon mal zwei eindeutige Hinweise. Was genau zeigen sie mir auf und wie stehen sie als Orientierungshilfe zu meiner Frage in Bezug (bin ich "Kurstauglich"?)?

 

Ich kann nicht an Krankheit und an Heilung glauben. Anders gesagt: Ich kann nicht ein Problem lösen und glauben, das Problem sei wirklich. Eine solche Meinung setzt voraus, dass ich glaube, der Geist sei "veränderbar". Ist der Geist veränderbar? Nein! An dieser Stelle erinnere ich mich an die höchste und treffendste Vergebung, die mir EKIW anbietet: Es gibt keine Welt! 

 

Bis mein Geist diese Vergebung angenommen und verinnerlicht hat, muss ich lernen und üben. Nochmals: Ich kann nicht an zwei sich total ausschliessende Wahrheiten glauben. Das ist für den Geist nicht nur verwirrend; er weiss nicht mehr, welche Entscheidung er umsetzen soll. Ein verunsicherter und ungeschulter Geist kann nichts erreichen. Ich kann nicht auf die Ganzheit meines Geistes vertrauen und zugleich verehre ich diese Welt und meinen Körper.

 

Der zweite Punkt ist der, dass ich immer das für mich Beste will. Ist doch logisch! Andere heilen, das will ich nicht immer. Als Ausrede sage ich dann, dass ich nicht weiss wie das geht! Als Kursschüler lerne ich, was meine Funktion/Rolle in dieser Welt ist. Lektion 186 lehrt mich meine Rolle. Ich kann aus Erfahrung bestätigen, dass dies der Weg zum Frieden und zu mehr Unbeschwertheit ist. Und, das Ego wird durch das Praktizieren der wahren Vergebung, aufgehoben. Dieses Aufheben, das macht der HEILIGE GEIST. Meine Funktion ist die Entscheidung, die Vergebung zu praktizieren.

 

Zurück zu den Werten dieser Welt, meine eigenen Werte und die des Ego:

 

- Politik, Wirtschaft, Gesundheit, Militär, Nationalismus, Religion

- Romantische Liebe, körperliche Lust, besondere Fähigkeiten und Talente

- viel Geld, attraktive und langlebige Körper, schmerzfreie Körper

- besondere Beziehungen, besondere Menschen, Übermenschen

- besondere Orte und Dinge, Traumerfüllung, Wunscherfüllung 

- Sicherheit aller Art für mein Leben, alle Äusserlichkeiten, Familie

- Anerkennung, Aufmerksamkeit, mein eigenes weises Denken

- Rechthaberei, Hass, Besonderheit, Sünde, Schuld, Strafe, Angst

- Unvorhergesehenes, Zweifel, besondere Liebe, Ärger, Diebstahl,

- Heuchelei, Intrigen, Lügen, Triumphieren über Übeltäter, Körperkraft

- Heilfähigkeiten, ich oder du, besondere Beziehungen, Gesetze

- du sollst / du sollst nicht, Gebote, Märtyrer, Unwahrheit, Illusion, Lust

- Abwehrmechanismen, Opfer, Täter, Neutralität, Traum, Hölle, Sorgen

- falsche Vergebung, Transformation statt Transzendieren, Schmerz

 

Die Aufzählung ist sicher nicht vollständig. Sie genügt, um zu erkennen, dass diese Welt viel Wert und Bedeutung durch mich bekommen hat. Ich meine dann fälschlicherweise auch, dass ich diese Werte überall in der Welt sehe und weil ich sie sehe und erfahre, seien sie die Wirklichkeit. Das stimmt nicht. Was ich sehe, ist eine Projektion eines Gedanken aus meinem Geist. Wahrnehmung wird durch Projektion erzeugt. Damit ich überhaupt Projizieren kann, muss ich etwas Entscheidendes entschieden haben: 1. Die Trennung von der Liebe GOTTES für wirklich halten und 2. diesen wahnsinnigen und schmerzbewirkenden Glauben vergessen und 3. mich von diesem Glauben abspalten. Punkt 2. und 3. könnte ich auch miteinander tauschen; es läuft auf das selbe hinaus.

 

Welche Werte hat GOTT und SEINE Wahrheit; der HIMMEL?

 

- GOTT IST / Der Himmel hat kein Gegenteil.

 

In der Welt - in meinem Traum - ist der HEILIGE GEIST nicht physisch anwesend. Das wäre mir schon oft sehr gelegen gekommen, hätte mir der HEILIGE GEIST in meinen weltlichen Angelegenheit so geholfen, wie ich es gerne gehabt hätte. Wir alle wollen den HEILIGEN GEIST, Jesus und GOTT irgendwann mal in die physische Welt zerren. Das geht nicht, weil GOTT keinen physischen Körper hat, keinen erschaffen hat und diese Welt nicht von ihm sein kann, weil ER kein Gegenteil hat/ist. Albert Einstein hat schon darauf hingewiesen, dass es nur Geist/Gedanke gibt und kein physisches Universum. Ich sehe die Materie und kann sie als fest bezeichnen, weil ich entschieden habe, dass dem so sei. Projiziert mein Geist diese Gedankenwellen nicht mehr, verschwindet mein Körper und diese Welt. Diese Mitteilung hier ist nicht von mir; der Kurs geht auf diese Gedanken immer und immer wieder ein.

 

Die frohe Botschaft für mich ist diese: Der HEILIGE GEIST "erreicht" mich locker in meinem Traum. ER ist im Geist mit mir eins und immer mit mir in meinem Geist verbunden. In der Welt hat ER nichts zu erledigen. ER nimmt richtig wahr, im Gegensatz zu mir, dass diese Welt nicht wirklich ist und deshalb existiert sie nicht wirklich. Das bedeutet, dass eine Unwirklichkeit keinen Wert haben kann. Jesus sagte damals treffend: seid Vorübergehende und auch: Ich bin in dieser Welt, aber nicht von ihr.

 

Die verschiedenen Werte der Welt lassen sich immer auf diesen einen Wert reduzieren. Diesen einen Wert liebe ich, liebt die Welt am meisten (sonst wären wir nicht hier): Ich oder du! 

 

Was ist für das Ego der Himmel auf Erden?  Sicher gehört das "ich oder du" dazu. Gewinner & Verlierer. Das ich als Ego gewinnen will, versteht sich von selbst. Dass ich einen Verlierer brauche, um als Gewinner auszusehen, versteht sich auch von selbst. Ist das nicht ein Missbrauch eines anderen Menschen? Nein, sagt mir das Ego. Jede/r sei frei in seiner Entscheidung, an den Wettbewerben dieser Welt mitzumachen oder nicht. Die Konsequenz dieser Spiele sei zwar oft der Schmerz wegen den Niederlagen (psychisch) oder Körperverletzungen, aber - so das Ego -, es würden auch wieder bessere Zeiten kommen und schon bald gehe für mich der lang ersehnte Sieg in Erfüllung. Die Hoffnung stirbt zu letzt....

 

Den Himmel auf Erden zu haben ist für das Ego immer dann erfüllt, wenn ich mein persönliches Selbst, meine persönlichen Ansichten und Meinungen, meine privaten Gedanken - mein getrenntes Selbst -, behalten und für mein Elend einem anderen die Schuld geben kann. 

 

Füge ich einem anderen noch psychischen oder physischen Schmerz zu, wird der primäre Zweck des Ego immer erfüllt: Ich verletzte dich nur, weil du es verdient hast. Ich bin gut, du bist schlecht, mein Land ist in Ordnung, dein Land und deine Politiker sind es nicht. Welches Egospiel ich auch immer nehme - Sport, Politik, Militär, Ernährung, Gesundheit, Religion -, der Mechanismus ist immer der selbe, weil er immer von den selben Gedanken am "Leben" erhalten wird.  

 

Ich muss lernen und mir eingestehen, dass der Egogeist mich im Griff hat und nicht umgekehrt. Wie ich den Spiess gegen das Ego umkehren kann, das kann ich lernen. Die Anziehungskraft der Schuld und des Schmerzes, ist gewaltig und in seiner Ausdrucksform mannigfaltig. Wie ich den Spiess gegen das Ego sofort umkehren kann? Aufhören zu urteilen, Verbindung mit dem Heiligen Geist und mit meinen lieben Brüdern/Schwestern und die wahre Vergebung praktizieren. 

 

Was ist der wahre Wert dieser Welt? Was den Himmel und das vollkommene Einssein von Gott und seiner Liebe hier repräsentiert, sind die  gemeinsamen Interessen - ein Sinn und ein Zweck, den ALLE Menschen miteinander teilen. Die Liebe kann nicht geteilter Interessen sein. Das Eigeninteresse ist nicht das Einssein des unveränderbaren Himmels.

 

Das Ego liebt und ich liebe die Verschiedenheit, die Besonderheit und Individualität. Entscheide ich mich für das gemeinsame Interesse, gebe ich einen Wert dieser Welt auf, der so gewaltig ist, dass ich mir einer nie dagewesenen Angst bewusst werde: meine Substanz, meine einzige Grundlage meiner Existenz ist massiv bedroht. Wer bin ich dann noch, wenn ich meine Grundwerte, die mich ausmachen, ganz aufgebe? Bereits das Infragstellen meiner Person, meiner Grundwerte, lösen in mir Panik aus. Meine Identität ist bedroht und das muss ich verhindern. 

 

Das Ego nutzt meine Angst sofort aus und lehrt mich: Siehst du, was du schon wieder getan hast? Dein Gefühl muss dich doch lehren, dass du an was ganz Falsches glaubst! Glaube wieder an deine Einzigartigkeit und an die Werte, die dir lieb und teuer sind, pflege sie und du wirst sehen, dass du dich sofort wieder besser fühlst. Das ist deine wahre Identität und nicht der reine Geist. Das ist dann der untrügliche Beweis, dass du recht hast und der HEILIGE GEIST Unrecht hat. So spricht das Ego zu mir und will, dass ich ihm das glaube, ohne es infrage zu stellen.

 

Dem Ego glaube ich diesen Schwachsinn schon lange nicht mehr. Das heisst jetzt nicht, dass ich mein Ego mit dieser Entscheidung und Wandlung ganz aufgehoben habe. Ich bin dran, dem ist so und das zählt.

 

Ich musste begreifen, wie absolut wahnsinnig der Glaube ist, dass ich mein wahres Glück aufs Spiel setze, wenn ich mich für die Wahrheit GOTTES entscheide, und falls ich das tue, würde ich Verlust erleiden. Das Gegenteil ist der Fall. Geistige Gesundheit ist die Einsicht, dass ich dem zuwiderhandle, was zu meinem Besten ist, wenn ich mich mit dem zentralen Wert des illusorischen Egodenksystem identifiziere, das immer auf Hass gründet und prinzipiell wertlos ist. 

 

Das Ego habe ich gemacht, das Ego hat die Welt gemacht. Das Ego ist gemäss Kurs ein Nichts und demzufolge ist es diese Welt auch und sie wird ins Nichts entschwinden - und mein Körper auch. Ich als reiner Geist bin im HIMMEL bei GOTT. Bis es soweit ist, muss ich meine Arbeit als glücklichen Schüler weiter machen.

 

Zurück zur Frage, ob ich "Kurstauglich" bin und falls nicht, woran ich das rasch bemerken kann?

 

Halte ich diese Welt und mich als Körper für wirklich, dann bin ich - der reine Geist -, nicht wirklich. Ich kann meinen Körper und mein Tun mit diesem Körper nicht mit dem Geist gleichsetzen. Das wäre, als würde ich schwanger sein und nicht schwanger sein einander gleichsetzen. Das Ego ist das exakte Gegenteil von GOTT. Wieso zieht mich diese Welt und das Ego dermassen an? 

 

Glaube ich, meinem Körper auf unzählige Arten mehr Aufmerksamkeit geben zu müssen, als meinem Geist, dann mache ich nicht wirklich den Kurs. Dann beweise ich, dass mir diese Welt noch Werte gibt, die ich nicht für die Wahrheit eintauschen will. So ein Opfer kann ich unmöglich bringen. Was, wenn ich Panik vor meinem Tod habe und ich mich deswegen auf meinen Körper oder auf andere Körper fixiere? Es gibt ja bekanntlich 4 Hindernisse, über die der Frieden fliessen muss. Das 3. Hindernis ist die Anziehungskraft  Todes.  Kürzlich witzelte einer: Sterben müssen wir alle, also habe ich entschieden, lieber gesund sterben. 

 

Vertraue ich nicht auf die Macht meines Geistes, dann ist es mir völlig klar, dass ich ein Mittel für meine Körperschmerzen und/oder Abnützungen wähle. Der Sinn von diesen Mitteln ist ja der, dass ich mich wohl fühle und wenn ich mich wohl fühle, kann ich doch besser vergeben und mich für den Heiligen Geist, meine Erlösung und das Kursstudium . Wer dauernd Schmerzen und Angst hast, vergisst viel öfters, sich mit dem Heiligen Geist und seinen Mitmenschen zu verbinden und die Vergebung zu üben. Erfüllen die weltlichen magischen Mitteln diesen "Schmerzfrei- und Wohlfühlzweck, um besser meinen Geist zu schulen und vom Heiligen Geist heilen zu lassen, dann bin ich "kurstauglich". Wähle ich diese Mittel (Magie), vergebe nicht, verbinde mich nicht, dann bezweifle ich, ob ich ein Kursschüler, geschweige ein echter Lehrer Gottes bin.

 

Nach EKIW kann sich als Lehrer Gottes wissen, wer die 365 Lektionen gemacht hat. Wie gut, das müsste jede/r selber ehrlich entscheiden können. Zudem sind die 365 Lektion die eigentliche Praxis. Wer diese Lektionen nicht durchgemacht hat, hat den Kurs nicht gemacht. Ist nicht von mir! Die 365 Lektionen habe "Methode". Dessen war sich Jesus im Klaren. Schliesslich hat das Denksystem des Ego auch "Methode".

 

Nun wieder zurück zur eigentlichen Klärung, bin ich "Kurstauglich", in welcher Phase meiner Erlösung aus dem Traum von einer Trennung von Gott, bin ich?

 

Will ich mich der Welt nicht unterordnen, mich nicht einfügen, mich nicht echt in der Welt zurechtfinden und engagieren, bin ich nicht kurztauglich. Ich möchte dann Schritte überspringen, rebellieren, Gesetze übertreten, besonders sein und vieles mehr. Ich muss mich ergeben und Ja zur Welt sagen, weil ich mit ihr einmal voll einverstanden war. Das habe ich vergessen. Ich wollte diese Welt, sonst wäre ich nicht hier!! Ich wollte die Trennung und wie es sich dann anfühlt, etwas aus mir zu machen, weltlichen Erfolg zu haben, besonders und einzigartig zu sein! Wäre ich sonst hier? Das sind doch die grundlegenden Reize, die mir so viel bedeuten. Das sind doch die Hauptwerte dieser Welt. Das spiegelt sie mir doch täglich, dauernd.

 

Ich weiss, es gibt diese Idee, dass Gott diese Welt erschaffen hat und wir hier sind, um alle möglichen Erfahrungen zu machen. Mit ein wenig Logik und Vernunft muss es jedem Geist dämmern, dass Gott dann die Dualität gemacht hat und selber zweideutig ist. Dann ist Gott liebend und böse. Kann ich Gott jetzt noch vertrauen? Wir sind seine Nachkommen, oder etwa nicht? Oder muss die noch dümmere Idee als Rechtfertigung herhalten, dass irgend ein Mensch GOTT erschaffen hat!? Falls ja, wer ist dann dieser Auserwählte?

 

Zurück zur Klärung, ob ich wirklich kurstauglich bin?

 

Es ist in den ersten Jahren oder Jahrzehnten für einen Geist (Mensch) schwierig, sich nicht die Werte der Welt anzueignen. Ich würde diese Werte nicht anstreben, wenn ich mich nicht mit meinen vielen besonderen Beziehungen auf irgend einer Ebene identifizieren würde. Die Ebene des Körpers ist "besonders wichtig".

 

Werte wie das Gründen einer Familie, sportliche Erfolge, romantische Liebe, Lust, besonderer Sex, Körperpräsentation, Berufserfolg, viel Geld, Luftverschmutzung stoppen, Wale retten uvm. All das verehren wir, halten wir für heilig und wir setzen uns mit aller Macht dafür ein. Ich will recht haben und ich will, dass meine Ideen umgesetzt und von vielen Menschen gutgeheissen werden. 

 

Das totale Einlassen auf diese Welt und ihre Werte, diese erste Phase, ist wichtig und nicht zu überspringen. Ich muss mich einfügen, unterordnen und ich muss diese Phase durchlaufen. Plötzlich komme ich an den Punkt, wo ich mich - damit ist meistens der Körper gemeint -,  und die Welt infrage stelle.

 

Überspringe ich diese Phase, widersetze ich mich dieser Welt und kämpfe gegen sie an, bleibe ich stecken, bin egozentrisch, kindisch, habe Angst und bin sogar gefährlich für mich und andere. Ich werde dann weiterhin unwissend sein, ständig Wutanfälle haben, Aufmerksamkeit und Anerkennung von anderen wollen und das dauernde Gefühl haben, ungerecht behandelt zu werden. Ich werde meine nächste Beziehung oder Ehe in den Sand setzen. Alles wiederholt sich von Neuem, dabei wahr ich so optimistisch und vertrauend; was ist nur los?

 

Fällt mir auf, dass ich gestern Dieses und morgen Das hochjuble und als besonders wichtig zelebriere, kann ich mir gewiss sein, mit dem Egogeist und nicht mit dem Heiligen Geist eins zu sein. Gestern war mir dieses Mittel so wichtig, morgen ist es ein neues und übermorgen kommt schon das nächst Beste, als wäre das Perfekte Mittel von Vorgestern nichts gewesen. Auf diesen üblen Trick musste ich erst mal kommen und die Wut überwinden, die ich fühlte, als ich aufgezeigt bekam, was für übler Trick am laufen ist! Diese Welt und alles was in und auf ihr sich bewegt, ist in diesen Trick eingetaucht. Ich bin der Macher meine Traum, aber nicht der Traum!

 

Das Ego fühlt sich immer bedroht und deshalb hat es immer Angst. Lerne ich, dass ich das Ego gemacht habe und dass es zu meinem eigenen Denken geworden ist, dann bin ich vielleicht schon an dem Punkt, mich und diese Welt und meine selbst festgelegten Werte, INFRAGE zu stellen:

 

Ich, der ich bleibe, so wie GOTT mich schuf, möchte die Welt von allem losmachen, wofür ich sie hielt. Denn ich bin wirklich, weil die Welt es nicht ist und ich möchte meine eigene Wirklichkeit erkennen.

 

Ist es grundsätzlich schlecht, meinem Körper Mittel zu verabreichen, die ich für richtig gut befunden habe? NEIN! Lehrt EKIW, grundsätzlich auf solche magischen Mittel zu verzichten, weil nur der Geist absolute Priorität hat und weil es nur den Geist gibt? NEIN!

 

Kann ich diese Welt als Wirklichkeit schätzen, meinen Körper mit Mitteln verschönern, länger am Leben erhalten, ohne mich schuldig fühlen zu müssen?

 

Das ist eine dieser Egofragen, wo ein Ja oder ein Nein nicht Klarheit bringt. Diese Frage beinhaltet doch schon die gewünschte Antwort. Ich will doch gar nicht die Antwort vom HEILIGEN GEIST und SEINER Wahrheit. Ich will meine Wahrheit und fertig. Da kann ich nur sagen: Willkommen in der Welt und seiner Werte und der Rechthaberei und dem Bejahen des ersten Chaosgesetzes: Verschiedenheit und den vielen Wahrheiten der Egos.

 

Mir ist nur eine Wahrheit bekannt und sie ist in GOTT und von GOTT und deshalb ist sie in mir selbst. 

 

Der HEILIGE GEIST ist nie gegen etwas. ER akzeptiert, das Ego rebelliert und ist gegen "was auch immer". Die Fähigkeit der Weigerung hat ER nicht. ER sieht und weiss, was WAHR und was unwahr ist. Das genügt doch! Ich habe einen gespaltenen Geist und glaube höchstwahrscheinlich an das Falsche. Das sieht der HEILIGE GEIST und ER kann mich solange nicht lehren, was richtig und was falsch ist, bis ich nicht aufgrund meiner eigenen Erfahrungen in der Welt an den Punkt gelange, wo ich diese Welt und ihre Werte infrage stelle.

 

Der HEILIGE GEIST verbietet mir nichts!! ER sagt mir aber auch nicht, dass ich noch ein Haus, noch ein Auto, noch dieses und jenes Mittel für meinen Körper kaufen soll, weil es für mich oder/und andere besonders wichtig ist. ER sagt mir auch nicht, dass ich die Welt retten soll. ER sagt mir aber auch nicht, dass ich den Abfall auf die Strasse werfen und morden soll. Solches Zeug bringe ich mir wegen meiner nicht aufgehobenen Angst und Schuld nämlich selber bei. Zudem rechtfertige ich mein Tun immer. Ein deutlicher Hinweis, dass ich nicht EKIW mache. 

 

Der HEILIGE GEIST sieht und weiss ja, woran ich irrtümlich glaube und wie die Wahrheit lautet. Also sagt er mir mit einer liebevollen Vernunft und Logik, dass ich das machen und einnehmen soll, woran "ich" glaube. Das einzige, worum ER mich mit diesen Ritualen bittet ist, dass ich es in Verbindung mit IHM tue und dass ich mir vergebe, dass ich es tue. Ich soll mir vergeben, dass ich glaube, diese weltlichen Mittel würden mich heilen. Das ist schon alles, das ist einfach. Einfach für einen fortgeschrittenen Schüler von EKIW. Ein Anfänger könnte an dieser Stelle Widerstand fühlen und müsste jetzt das Mittel "Urteil" zu Hilfe nehmen, um sich zu rechtfertigen. Ein fortgeschrittener Schüler vergibt locker; er hat gut gelernt und und das Gelernte gelehrt, damit er es noch besser lernt. 

 

Vielleicht dient in Anlehnung an den obigen Abschnitt die Lektion 38: Es gibt nichts, was meine Heiligkeit nicht vermag. 

 

 

Was für eine logische Antwort gebe ich auf die Frage: Wo ist der wahre Wert, wenn er nicht draussen in der Welt ist? 

 

Antwort: Begreife ich, dass die Welt mir nichts anhaben kann, egal was da draussen für schöne und unschöne Sachen passieren, dass ich ihr keinen Wert mehr zuschreiben, sie nicht mehr wertschätze, kann ich nur noch auf das schauen, was mir wirklich wertvoll ist. Und dieser SCHATZ ist in mir und ist die permanente Verbindung mit GOTT, dem Heiligen Geist oder Jesus. Es ist diese verbindende Beziehung, die der wahre Wert meines SEINS und GOTT ist. Draussen in der Welt läuft ein andere Film ab. Der vom Ego und das Ego hat keine positiven Eigenschaften, auch wenn es positiv reden und sich so aufführen kann. Dass ich für den geistigen Teil, der das Ego beinhaltet, verantwortlich bin, muss ich nicht extra erklären.

 

Es steht im Kurs: Kann dich das Ego nicht abhalten, den Kurs zu machen, dann begleitet dich und lernt mit dir. Was dabei heraus kommt ist unter anderem das:

 

- Nichtverstehen des Kurses, es aber meine

- Dualität ist immer noch die Wirklichkeit für mich

- Etwas Ego ist gesund und muss ich in dieser Welt haben

- Ich verdrehe das, was der Kurs besagt

- Ich vermische meine Gedanken mit denen des Kurses   

 

Der einzig wahre Wert ist ewig in mir, in meinem Geist, und zu diesem habe ich immer Zugang. Vielleicht muss ich dann gut über, aber den Zugang habe ich immer. Die Gedanken an diesem inneren Ort in mir sind von GOTT und sie sind total gegensätzlich zu den Gedanken der Welt, die an Trennung, Sünde, Schuld und Angst und den Tod glaubt.

 

Die Verbindung mit dem HEILIGEN GEIST oder Jesus, das ist der Wert, um den es geht. Sobald ich mich aufrege, kann ich mit dem HEILIGEN GEIST Kontakt aufnehmen, SEINE Verbindungen wollen und diese Verbindung, diese lebendige Präsenz, symbolisiert klar und deutlich mein "Nicht-Ego-Selbst". 

 

Rege ich mich auf, bietet mir die Lektion 34 folgendes an: Ich könnte stattdessen Frieden sehen / Ich könnte stattdessen bei Jesus, dem HEILIGEN GEIST, statt bei meinem Ego sein; ich könnte SEINE Liebe und SEINEN Frieden spüren, anstelle dessen, was ich jetzt fühle. Ich habe die Macht der Entscheidung in meinem Geist (nicht in der Welt).

 

Wer sich machtlos fühlt, fühlt sich auch wertlos. Wie er seinen Wert-los-geworden ist, das ist ein anderes Kapitel.

 

Ich komme mit meinen Ausführungen zum Schluss:

 

Ich begreife, dass das, was wirklich wertvoll ist, nicht das Äussere ist. Nichts im Äusseren (kein Mensch, kein Ding, kein Ort) kann etwas bedeuten, weil es weder der Frieden GOTTES ist noch die Liebe, die alle Menschen umfasst. 

 

Im Kurs wird immer wiederholt, dass einbisschen Ego das ganze Ego und somit die ganze Trennung ist. Das heisst, dass jeder Gedanke von mir, der nicht alle ohne Ausnahme einschließt (umfasst), wertlos ist

 

Es gibt kein besseres Unterscheidungsmerkmal des Wertvollen und des Wertlosen. Kompromisse haben in der Vollkommenheit, dem wahren Wertvollen, keinen Platz. Beim Ego, dem Chaoten, immer. Die Entscheidung liegt bei mir. 

 

Habe ich einen unterschiedlichen Gedanken innerhalb der SOHNSCHAFT (Einheit), dann ist er bedeutungslos. Denke ich beispielsweise, dass es GOTT und diese Welt als Wirklichkeit gibt, dann ist ein Gedanke bedeutungslos. Ich muss mich entscheiden. Weil ihr hier in der Welt bin, HABE ich mich bereits entschieden; für die Welt der Gegensätze und des Todes. Dann habe ich mich für die Gesetze der Welt; du oder ich, entschieden und, ich muss voll mitmachen. Mache ich nicht mit, auch gut. Ich leide sowieso. Stelle ich hingegen die Werte dieser Welt, an die ich glaube, infrage, dann erst kann ich den Spiess gegen das Ego umdrehen und mit EKIW richtig beginnen. Dann hat diese Welt mit ihren schönen und unschönen Momenten viel an Anziehungskraft auf mich verloren. Ich beginne glücklicher zu sein, weil ich etwas Grundlegendes begriffen habe!

 

Es gibt nur einen einzigen wahren Wert und dieser ist in der Welt der Lüge nicht zu finden. Ja, diese Welt ist eine Lüge und deshalb Lügen alle hier. Die Lüge lautet so: Ich habe Gott verlassen, weil er mir die geforderte besondere Liebe nicht gab. Ich bin auf ewig von IHM getrennt. Jetzt muss ich selber schauen, wie ich es zu etwas bringe und hier in der Lügenwelt gut durchkomme. Ich muss andere so manipulieren, dass die Angst in mir nicht in mein Bewusstsein kommt und falls doch, muss ich noch besser lügen und manipulieren, dass ich überlebe und nicht angeklagt werde. Und, ich will das alles alleine schaffen. Ich weiss, dass auch dieser Gedanke eine Lüge und eine Trennung ist. Das ist mir aber egal, ich bin es mir wert........

 

Was ist das Bester für mich, was ist der wahre Wert für mich, weil es die Welt nicht ist und sie mir keinen bleibenden Wert geben kann?

 

Der Friede Gottes ist es. Ja, der Friede Gottes ist meine bewusste Wahl. Ich will was Besseres, als das, was mir die Welt anbietet - um es mir wieder zu nehmen. Das Ego nimmt sich alles wieder, was es scheinbar gibt. So sind die weltlichen Gesetze; es gehört mir nichts. Der Friede Gottes gehört mir nicht. Ich bin aus dem Gedanken Gottes (Ausdehnung) und seiner LIEBE erschaffen worden. Ich bin diese LIEBE, weil GOTT es auch ist. Diese Welt ist nicht wirklich, ich bin wirklich, weil GOTT mich schuf.